Über das Tauchen beim Babyschwimmen

Warum und Wie sollten wir mit Babys beim Babyschwimmen das Unter-Wasser entdecken?

Christian Zwengel, Schwimmschule Delphin, im November 2018

Zusammenfassung

Es gibt durchaus vielfältige Meinungen über das Tauchen von Babys und Kleinkindern. Die Spanne reicht von vehementer Ablehnung mit dem Stichwort Vertrauensmissbrauch1 bis hin zu unreflektierter Zustimmung, da ja schließlich ein „Atemschutzreflex2“ vorhanden wäre3.

Ich komme in diesem Text zum Schluss, dass das Tauchen mit Babys und Kleinkindern eine wichtige Maßnahme zur Wassersicherheit ist und zur gesunden und umfassenden Entwicklung von Kindern im Wasser unbedingt dazu gehört. Ich empfehle, die Methodik des Tauchens an die frühkindliche Entwicklung anzupassen und dabei unbedingt auch schon die kleinen Babys als eigenständige Menschen wertzuschätzen. Das Tauchen sollte dabei situativ und auf viele verschiedene Arten und Weisen erfolgen, die das Baby in seiner Entwicklung unterstützen und immer in Kooperation mit dem Baby laufen. Das schließt Tauchmethoden von vornherein aus, die als Vorbild die klassische Konditionierung4 haben.

Eine aktuelle Recherche zum Thema Babytauchen im Netz hat ergeben, dass sich die Gegner des Babytauchens in den immer gleichen Argumenten gegen das Tauchen verfangen5, ohne jedoch konstruktiv nach Lösungen für das Problem der mangelnden Wassersicherheit durch Nicht-Tauchen zu suchen.

Im Folgenden möchte ich das Thema ausführlich beleuchten und einen Lösungsansatz bzw. eine neue Methodik formulieren.

Warum sollten Babys beim Babyschwimmen tauchen?

Um zu einer gut reflektierten Haltung zum Babytauchen zu kommen, finde ich es sehr wichtig, dass man sich zuerst die Frage nach dem Warum stellen sollte und dann im nächsten Schritt (sollte man sich dafür entscheiden) die Frage nach dem Wie für sich beantwortet. Das Warum ist außerdem eine sehr wichtige Information für die Eltern, die ja letztlich verstehen sollen was für ihr Kind wichtig ist.

Ich schreibe diesen Text mit der Erfahrung aus über 20 Jahren als Kursleiter für Babyschwimmen. Anfangs habe ich viele Jahre überhaupt nicht mit Babys getaucht. Das hatte einen einfachen Grund: Ich habe mich schlichtweg nicht getraut. Ich hatte als junger Kursleiter keine Erfahrung mit dem Thema und in meinem Umfeld keinen, der mir gezeigt hätte wie das Babytauchen „funktioniert“. Mit den Jahren hatte ich aber immer mehr das Gefühl, dass da etwas fehlte in meinem Babyschwimmen. Als ich begonnen hatte als Kursleiter in der Schwimmschule Delphin zu arbeiten, machte ich dann die ersten praktischen Erfahrungen mit dem Babytauchen. Die Antwort auf mein persönliches Warum kam dann langsam, dafür aber umso eindringlicher.

WENN ein Baby bzw. Kind im Wasser ersthafte Probleme bekommen sollte, dann haben diese Probleme IMMER mit dem Unter-Wasser zu tun. Es ist daher für mich grob fahrlässig, als Lehrer für Babyschwimmen, das Tauchen auszuklammern.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Tauchen zum Babyschwimmen dazu gehören sollte, um die Kinder gut auf das spätere Schwimmenlernen vorzubereiten und ihnen einen sicheren Start ins Leben im Wasser zu ermöglichen.

Wie sollten Babys beim Babyschwimmen tauchen?

Die Frage nach dem Wie ist etwas komplexer zu beantworten. Sie stellt sich nicht nur unerfahrenen KursleiterInnen, sondern ist so ziemlich auf jeder Konferenz zum Thema Babyschwimmen die ich in den letzten 10 Jahren besucht habe, ein wichtiger und teilweise heißer Diskussionspunkt.

Grob kann man sagen, dass die in Deutschland gängige Methodik beim Babytauchen auf der Annahme beruht, dass man durch unterstützende Maßnahmen wie Wassergießen oder Anpusten den Atemschutzreflex6 beim Baby auslöst/triggert und dann einen kurzen Moment mit dem Baby tauchen kann, ohne dass es sich dabei verschlucken wird7.

Daraus ergibt sich eine Handlungskette an deren Ende das Baby untergetaucht wird:

  • WENN ich dem Baby Wasser über den Kopf gieße DANN wird der Atemschutzreflex8 ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • WENN ich dem Baby Wasser ins Gesicht spritze DANN wird der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • WENN ich das Baby anpuste DANN wird der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • usw.

Meine Kritik an dieser Handlungskette ist, dass wir das Baby hier quasi einerseits als Objekt betrachten und andererseits das Baby in ein strenges Schema pressen, das keinen Raum für Adaptation lässt und somit der Ausprägung einer situativen Entwicklung im Weg steht. Es ist ein sehr technokratischer Ansatz, der die Persönlichkeit und Emotionalität des Babys völlig außer Acht lässt.

Schematische Darstellung des reflexbasierten Babytauchens
Schema Babytauchen „weil es einen Reflex gibt“

Schema reflexbasiertes Babytauchen

Ein erster Fortschritt – Babytauchen nach Lilli Ahrend

Lilli Ahrend9 hat diesem Prinzip die Annahme hinzugefügt, dass Babys auf Reize adaptiv reagieren. Sie würden auf bestimmte Reize eine zugehörige Aktion erwarten (also z.B. zum Wasserguss gehört das Tauchen) und wir als Kursleiter oder Eltern könnten dann beim nächsten Reizpunkt eine positive, neutrale oder negative Reaktion auf den Reiz abwarten und erst dann entscheiden, ob das Baby getaucht wird oder nicht. Der Handlungskette wird also ein Punkt hinzugefügt:

  • WENN ich dem Baby Wasser über den Kopf gieße DANN wird es eine emotionale Reaktion zeigen anhand derer ich entscheide. WENN positiv, DANN wird/wurde der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen.
Schematische Darstellung des Babytauchens nach Ahrend
Babytauchen nach AHREND

Babytauchen nach AHREND

Diese Haltung ist sicherlich ein Fortschritt im Sinne des Babys, lässt sie dem Baby doch eine Interventionsmöglichkeit offen. Beschrieben wird hier allerdings weiterhin ein Mess- und Regelmechanismus der das Baby letztlich wieder zu einem bloßen Objekt degradiert, welches man entweder untertaucht, oder eben nicht. Da ich Lilli Ahrend persönlich kenne bin ich mir sicher, dass Sie diese harte Interpretation so nicht mitgehen würde. Ich glaube aber, dass die mir wichtigen Punkte, zum Zeitpunkt ihrer Beschreibung der Methodik, keine Rolle gespielt haben.

Beide Methoden, als Antworten auf die Frage nach dem WIE, lassen keinen Raum dafür, das Baby als eine eigenständige Persönlichkeit zu verstehen. Individuelles Lerntempo, vorsichtiger oder mutiger Charakter, das Wasser eigenständig zu entdecken und zu erfahren – auf diese wichtigen Werte wird keine Rücksicht genommen.

Der Einfluss frühkindlicher Reflexe und frühkindlicher Entwicklung auf die Methodik beim Tauchen

Frühkindliche Entwicklung

Es herrscht vielerorts noch die Vorstellung, dass sich die motorische Entwicklung und einhergehend auch die frühkindlichen Reflexe anhand eines hierarchischen Entwicklungsmodells quasi in einer genetisch festgelegten Reihenfolge abspielt. Oft wird angenommen, dass es schlecht für die Entwicklung eines Babys ist, wenn ein Entwicklungsschritt ausgelassen wird, oder zum „falschen“ Zeitpunkt kommt.

Neuere Ansätze sprechen aber eher dafür10, dass Entwicklung sich viel dynamischer vollzieht und das ein Baby in viel größerer Interaktion mit der Umwelt steht als wir denken. Je nachdem wie und was wir mit dem Baby tun bzw. ihm anbieten, wird es mehr oder weniger in die entsprechende Richtung lernen. Es passt sich also den Reizen seiner Umwelt durch lernen an.

Kurz gesagt: Was wir ins Baby „hinein tun“ wird am Ende auch „heraus kommen“. Eigentlich ganz logisch. Neu ist die Sichtweise, dass wir uns nicht zu viele Sorgen machen müssen, dass wir „etwas kaputt“ machen könnten, wenn wir ein Baby „zu früh“ hinsetzen, an den Händen halten, etc.

Dabei macht die Dosis hier das Gift und wir können beim Babyschwimmen (im Wasser!) den Babys viel anbieten, was wir an Land so nicht könnten. Wenn wir ein Baby beim Babyschwimmen behutsam für eine Minute auf eine Matte setzen, obwohl es das an Land noch nicht allein kann, dann ist es völlig OK. Wenn wir ein Baby aber zu Hause stundenlang in den Wipper setzen, dann ist das nicht OK, weil es kein entwicklungsgerechtes Angebot ist.

Und gerade beim Babyschwimmen haben wir mit dem Wasser ein ausgleichendes Element, das viele „Belastungsspitzen“ wie sie an Land auftreten würden, kompensiert und wir so am Ende einen gut dosierten Entwicklungsreiz haben.

Frühkindliche Reflexe

Unter frühkindlichen Reflexen versteht man im allgemeinen diejenigen motorischen Reflexe, die sich bereits im Mutterleib entwickeln und dazu dienen sollen, die Geburt motorisch zu unterstützen und das Überleben in den ersten Lebensmonaten zu sichern.

In der weiteren Ausprägung der motorischen Entwicklung, sollen dann diese Reflexe nicht mehr der stereotype Stimulus für Bewegung sein, sondern die Bewegungsmuster der Babys sollen sich differenzierter auf Umwelteinflüssen anpassen und an ihnen ausrichten.

Einhergehend mit der Aufrichtung der Wirbelsäule und Kopf/Nacken Kontrolle im ersten Lebenshalbjahr, sollen diese Reflexe dann nach und nach gehemmt bzw. „integriert“ werden und für die Motorik keine oder nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

Im Zusammenhang mit dem Babytauchen ist der Moro-Reflex und der Atemschutz-Reflex näher zu betrachten (der nicht zu verwechseln mit dem Tauchreflex ist11). Interessant ist hier vor allem, dass der Moro-Reflex (auch Schreck-Reflex genannt) und der Atemschutz-Reflex durch ganz ähnliche Trigger ausgelöst werden. Beim Atemschutz-Reflex wird als Trigger Wasser beschrieben, das auf Rezeptoren im Mund/Nase Bereich trifft, also alle Arten von Wasserspritzern und Wassergüssen über das Gesicht. Auch von starken Temperaturunterschieden oder plötzlichen Windstößen ist die Rede12.

Beim Moro-Reflex kommen als Trigger noch alle Arten von Schrecksituationen (taktil, visuell, auditiv, vestibulär) hinzu13. Interessant ist hier das vestibuläre, also die plötzliche Lageänderung, die in einigen Tauch-Methodiken über der Kippen des Babys in der Luft und das dann sofort zu erfolgende Kopfüber-Eintauchen, zu beobachten ist.

Beim Moro-Reflex (auch Moro-Reaktion genannt) kommt es zu einem ruckartigen Strecken der Arme und Spreizen der Finger. Auch der Mund wird geöffnet. Danach schließen sich die Finger wieder und bilden eine Faust.

Der Atemschutzreflex beschreibt lediglich unspezifisch eine Blockade der Atmung und soll dazu dienen das Eindringen von Wasser in die Atemwege zu verhindern.

Es ist also gänzlich unklar, welcher Reflex bei einem Wasserguss oder anspritzen/pusten überhaupt ausgelöst wird. Und jedem sollte nun klar sein, dass es keine gute Idee ist, ein Baby innerhalb einer Reflex-Reaktion auch noch unter Wasser zu tauchen.

Selbstverständlich können wir aber weder alle Trigger für Reflexe strikt vermeiden, noch sollten wir dies tun. Denn Wassergüsse, Wasserspritzer, Windstöße, plötzliche Lageänderungen etc. gehören zum Leben dazu und sind auch wichtig, damit die ein Kind daran gewöhnt, was ihm im Leben so alles begegnen kann.

Der Punkt ist, dass wir diese Trigger nicht benutzen um mit Babys zu tauchen, sondern nach Situationen im Wasser forschen in denen die Babys ganz natürlich mit dem Unter-Wasser in Berührung kommen.

Eine gute Methodik beim Tauchen mit Babys sollte also meiner Ansicht nach:
  • die jeweilige emotionale Lage beim Baby berücksichtigen
  • dem Baby Raum für eigenständiges Entdecken des Unter-Wassers bieten
  • sich dabei am jeweiligen Entwicklungsstand orientieren, die Babys also nicht überfordern
  • Keine frühkindlichen Reflexe aktiv nutzen
  • Das Tauchen nicht zum Mittelpunkt des Babyschwimmens machen, sondern es ganz natürlich nebenher geschehen lassen
  • Ganz wichtig: die Eltern von Anfang an mit einbeziehen

Schlussfolgerungen für uns Kursleiter

Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass eine moderne Methodik die alle diese Punkte beim Babytauchen berücksichtigt, folgende Punkte einschließen sollte:

  • Die Eltern von Anfang an mit einbinden und ihnen zeigen wie sie mit ihrem Baby tauchen können
  • Die Eltern den Babys das blubbern und tauchen vormachen lassen
  • Die Babys nicht wie eine Puppe unter Wasser drücken oder ziehen
  • Kein aktives Nutzen frühkindlicher Reflexe
  • Keine „Wenn-Dann“ Situationen schaffen und nutzen
  • Kein Gruppenzwang (z.B. „alle tauchen bei drei“)
  • Den Eltern das Warum genau erklären
  • Wassergüsse etc. vor allem im ersten Lebenshalbjahr nur sehr sanft und vorsichtig um evtl. Moro-Reaktionen auszuschließen
  • Schaffen von vielfältigen Situationen in denen Babys das Wasser im Bereich Mund/Nase eigenständig erleben können (Blubbern zeigen, Lochmatten etc.)
  • Neugier am Unter-Wasser fördern
  • Babys dürfen dabei „Fehler“ machen. Das fördert das adaptive Handeln

Wenn wir diese Punkte berücksichtigen, dann dürfen wir die Babys natürlich untertauchen, unter Wasser zu den Eltern begleiten, Wasser über den Kopf gießen, etc.

Die Eltern können den Babys gute Hilfestellungen bieten, in dem sie ständig selbst vormachen wie das Gesicht im Wasser ist, blubbert etc. und so die Neugier der Babys wecken.

Wasser über den Kopf gießen ist für die Wassergewöhnung weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Babyschwimmens, nur eben nicht zwingend verbunden mit dem Thema Tauchen und so behutsam, dass Schreckreaktionen vermieden werden.

Der „Programmpunkt“ Tauchen sollte während einer Babyschwimmstunde keinen Gruppenzwang erzeugen, sondern eher individuell und nach Laune des Babys erfolgen. Die Rolle des Kursleiters hierbei ist eher eine die Eltern unterstützende als eine ausführende Rolle.

Im Idealfall versetzen wir die Eltern in die Lage mit Ihren Babys jederzeit methodisch richtig zu tauchen, ganz im Sinne von „Babyschwimmen ist Elternschule“. Wir „coachen“ also die Eltern.

Ein Praxisbeispiel

Ich selbst habe mit dieser Art des Babytauchens in einer meiner Babyschwimmgruppen begonnen, als die Kinder ca. 1 Jahr alt waren.

Ich kam von einer Konferenz zurück und wollte das Gelernte gern in der Praxis erproben. Ich habe also mit den Eltern gesprochen und wir haben vereinbart, dass wir keine Wassergüsse und kein Anzählen mehr als Vehikel zum Tauchen nehmen würden.

Wir haben begonnen in jeder Babyschwimmstunde viel ausführlicher als vorher das Thema gemeinsames blubbern zu bearbeiten. Ich musste als Kursleiter plötzlich noch intensiver versuchen vor allem die Eltern „bei der Stange“ zu halten und so machten wir alle gemeinsam die Erfahrung, dass die Kinder irgendwann, früher oder später, begonnen haben mit zu blubbern und begannen ihre Gesichter auch im Wasser zu verstecken. Manche verschluckten sich dabei etwas und probierten es dann auf andere Weise aus, andere kamen sofort sehr gut mit dem eigenständigen Tauchen zurecht.

Wir lernten dann individuell welches Kind gern und lange und welches Kind eher vorsichtig mit dem Thema umging und konnten so ziemlich schnell das Blubbern als „Signal“ nutzen. Wir schufen also Situationen in denen wir selbst blubberten und die Kinder uns das nachmachten. Diese Situationen konnten wir dann immer weiter ausdehnen und zum Teil richtig lange und weiter Tauchgänge daraus entstehen lassen.

Die Kinder haben also gelernt „Wenn mein Gesicht ins Wasser kommt, dann tauche ich unter“ und konnten so also ganz eigenständig steuern ob und wann und letztlich auch wie lange sie untertauchen.

Das Tolle an diesem Vorgehen ist, dass die Kinder das Gelernte auf jede andere Situation (reinfallen, reinspringen, von der Matte purzeln etc.) umdeuten konnten und so wirklich ins situative Handeln kamen.

Heute sind die Kinder schon fast drei Jahre alt und fast alle tauchen gern und ausgiebig in jeder Stunde.

    1. CHEREK, Reiner: Säuglings- und Kleinkinderschwimmen, S. 26. Verlag Modernes Lernen, Dortmund 1998
    1. reflektorische Blockade der Atmung, wenn die äußeren Atemwege (Mund/Nase) im Wasser benetzt werden.
    1. RAABE-OETKER, Anke: Babyschwimmen. S.93 Falken Verlag, Niedernhausen 1998
    1. Klassische Konditionierung ist eine von dem russischen Physiologen Iwan Petrowitsch Pawlow begründete behavioristische Lerntheorie, die besagt, dass einer natürlichen, meist angeborenen, sogenannten unbedingten Reaktion durch Lernen eine neue, bedingte Reaktion hinzugefügt werden kann.
    1. Es wird argumentiert, dass der Atemschutzreflex nicht sicher auslöst, dass nicht sicher ist wann er sich verliert und das darum nicht sicher ist, dass sich Babys unter Wasser nicht verschlucken.
    1. Marion Falzeder vom Österreichischen Babyschwimmverband ABA unterscheidet hier noch mal in Atemschutzreflex und Faszialreflex. Der Faszialreflex löst aus, wenn der Trigger zu Mund/Nase kommt – z.B. ein Windstoß, anblasen, etc. Der Atemschutzreflex löst aus, denn der Trigger zur Larynx kommt. Dann schließt der Kehlkopfdeckel und macht auch ein paar Sekunden danach nicht wieder auf. Der Faszialreflex bleibt bestehen – man kennt das wenn einen selbst mal ein kalter Windstoß trifft. Der Atemschutzreflex löst mit fortschreitendem Alter nur noch in seltenen Fällen bei schockartigem Eintauchen aus. Der Faszialreflex ist von keinen einhergehenden Bewegungen begleitet. Der Atemschutzreflex aber mit starken Ruderbewegungen der Arme, die das Baby/Kind irritieren können, weil auch sie reflexhaft gesteuert sind und das Kind keine Kontrolle darüber hat.
    1. https://kinder-in-bewegung-kongress.de/babyschwimmen-tauchen/
    1. Der Atemschutzreflex wird oft nur beim ersten Mal ausgelöst – er ist eher nicht so häufig – und das Kind entwickelt danach schnell Strategien, mit dem Wasser über den Kopf umzugehen.
    1. AHREND, Lilli: Säuglingsschwimmen. Meyer und Meyer Sport, 2001
    1. Annette Watrin, Kinderphysiotherapeutin und Osteopathin, hat hier einen tollen Artikel geschrieben: https://www.hamburgosteopathie.com/persistierende-fruehkindliche-reflexe
    1. Der Tauchreflex beschreibt bei allen lungenatmenden Lebewesen beim Eintauchen ins (kalte) Wasser die Reduktion der Herzfrequenz und damit einhergehend die Reduktion von Sauerstofftransport in die Organe. Er ist ein Schutzreflex, der das längere Überleben unter Wasser ermöglichen soll und tritt nicht nur bei Babys und Kindern sondern auch bei Erwachsenen auf.
    1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/FrühkindlicherReflex
  1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Moro-Reflex

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Uwe Legahn

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