Schwimmkurse nur mit Schnelltests?

Ich bin grade mal #mütend und hab mir ein paar Gedanken zum Thema Schwimmkurs mit Testpflicht gemacht. So soll es ab Montag wohl in NRW und SH laufen. Allerdings ist mir schleierhaft wie das von den Kosten und logistisch funktionieren soll. Aber lest selbst…

Ach ja. Kurse OHNE Schnelltests, jetzt grade wo die britische Variante wie der Sensenmann durch Kitas und Schulen pflügt – also genau unsere Zielgruppe – halte ich für unverantwortlich…

Ein Selbsttest kostet im Moment zwischen 5 und 10 €. Je nachdem wie schnell lieferbar. Ich habe grade 500stk für 6,90€ bestellt. Die reichen aber nur, um mein Team 4-5 Wochen lang sicher durchtesten zu können.

Nur mal angenommen, man würde NUR die Kinder vor dem Schwimmkurs testen, dann wären das 6,90€ zusätzliche Kosten pro Stunde pro Kind. Aber was ist mit den Eltern? Die müssten auch einen Test nachweisen, wenn das alles Sinn ergeben soll mit dem testen, denn die meisten Kinder können sich ja nicht komplett allein umziehen und duschen etc. Sind also schon 14€ pro Stunde pro Kind zusätzliche Kosten. Man braucht aber auch noch zusätzliches Personal, das die Tests bereitlegt und sicherstellt, dass alles ohne Chaos abläuft. Das sind dann noch mal ordentliche Personalkosten oben drauf.

Für unsere Schwimmschule – wir müssen normalerweise ca. 1000 TN pro Woche pro Bad kalkulieren um wirtschaftlich arbeiten zu können – sind das nach dieser Rechnung dann zusätzliche Kosten von über 10.000€ pro Monat pro Bad. Natürlich kann man das auch auf den Kurspreis umlegen. Wären dann also pro Kursstunde wie oben gerechnet 14,90€ extra nur für Tests. Da sind aber die Preissteigerungen, die wir sowieso einplanen müssen noch nicht mit eingerechnet.

Sagen wir also, vernünftig kalkuliert müssen wir pro Kursstunde etwa 20€ zusätzlich zu unserem normalen Kurspreis verlangen, damit wir so ein Modell kostendeckend anbieten können. Und da frage ich mich einfach – wer von den Eltern ist denn bereit das zu zahlen?

Dann kommt noch hinzu – was ist mit den positiven Testergebnissen? Die dürfen dann ja nicht in die Halle rein und müssen wieder nach Hause. Kann jederzeit passieren. Und da Kind und Eltern negativ sein sollten, verdoppelt sich sofort das Ausfallrisiko für eine Kurstunde für die Eltern, bei gleichzeitiger Verdoppelung des Kurspreises. Denn eine ausgefallene Stunde wegen positiven Test zurück zu erstatten, das wird wirtschaftlich nicht funktionieren.
Wenn ich es mir recht überlege, dann reicht eine zusätzliche Arbeitskraft überhaupt nicht aus um die Testlogistik zu bewältigen. Muss man also noch 2-4 Leute einstellen damit das klappt. Und von denen darf dann keiner krank werden.
Also. Ich spiele mal die Euphoriebremse und glaube, dass das absolut nicht praktikabel ist unter diesen Voraussetzungen und wir erst wieder vernünftig Kurse anbieten können, wenn das ohne Testpflicht wieder sicher möglich ist.


Ach ja… Die nötigen Tests hängen übrigens grade im Suezkanal fest…

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Uwe Legahn

swim - simple ... aber früh, sicher und vielseitig - Aquapädagogik macht`s möglich.

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