Rote Karte fürs Erzbistum Hamburg

Nun – mit welchen Erwartungen fährt man nach den Ereignissen der letzten Woche zum ersten Elterntreffen mit den Verantwortlichen des Bistums? Große Erwartungen waren es sicherlich nicht. Am Ende blieb dennoch nur Kopfschütteln bei den meisten Teilnehmern dieser „Informationsveranstaltung“ übrig.

Ja. Es gab Entschuldigungen. Die kurzfristigen Entscheidungen zu den Schulschließungen wären ohne Alternative gewesen.

Ja. Es gab mit Sicherheit auch Verständnis für die generelle Lage des Bistums auf Seiten der Eltern. Auch die Entscheidung, dass unsere Schule endgültig nicht weiter geführt wird, haben schlussendlich die meisten Eltern hingenommen.

Aber Nein! Für die Art und Weise der Kommunikation, für die Art und Weise der alternativlosen Ausgestaltung dieser Entscheidung, dafür gab und gibt es kein Verständnis. Es bleiben nach der Veranstaltung mehr Fragen als Antworten und die Erkenntnis einem Schauspiel beigewohnt zu haben, das an Unverfrorenheit seitens der Bistumsvertreter seines Gleichen sucht.

Eine Dose Mitleid für den Generalvikar

So beklagte sich der arme Generalvikar Thim doch allen Ernstes darüber, dass er ja auch unter dieser Entscheidung sehr zu leiden habe, denn immerhin wäre das schon die x-te Informationsveranstaltung dieser Art an verschiedenen Schulen in den letzten Tagen gewesen. Zukünftig müsse er auch noch in diverse Pfarreien gehen und den armen (O-Ton) „alten“ Menschen, die dort Gottesdienst feiern wollen sagen, dass es in Ihren Gemeinden ebenfalls zu Schließungen kommen wird. Sollte nicht ein Seelsorger wissen, dass es keine gute Idee ist, das Leid des Einen mit dem des Anderen zu Vergleichen ?

Da fehlen einem echt die Worte…

Viele Fragen und leere Antworten

Auf konkrete Fragen der Eltern gab es kaum konkrete Antworten und auf den Kernpunkt der Forderungen der Eltern wurde während des gesamten Abends wenn überhaupt nur sehr oberflächlich eingegangen. Wenn nämlich die Schule schon schließen muss, wie kann es sein, dass nicht die gesamte verbleibende Kraft darauf verwandt wird, alle bestehenden Schülern von der jetzigen Klasse 5 an an dieser Schule zum Abitur zu führen und die Schule dann 3 Jahre später abzuwickeln?

Auf die Frage, ob denn berechnet wurde, was genau das im Vergleich zum jetzigen Stand (nur die jetzigen Klassen 9-12 bleiben bis zum Abitur) an Mehrkosten bedeuten würde, wussten die Verantwortlichen keine Antwort – betretendes Schweigen.

Auf die Frage, wie es sein kann, dass das Bistum innerhalb weniger Tage eine Faktenlage schafft, die null Spielraum für Alternativen bietet – keine Antwort.

Auf die Frage, wie es passieren konnte, dass Lehrer und Schüler erst am Tag der offenen Tür, auf den sie sich lange vorbereitet hatten, von der Schließung ihrer Schule erfahren mussten – keine Antwort.

Immerhin gab es mutige Eltern die sich zu Wort meldeten und den Herren auf dem Podium mit klaren Worten sagten, mit welch verächtlichem Verhalten sie Ihren schutzbefohlenen Kindern und Lehrern (Angestellten) gegenüber getreten sind.

Vertrauen wurde jedenfalls heute nicht zurück gewonnen.

Überall Experten

Die „Kommunikationsexperten“ des Bistums flüchteten sich wiederholt in immer die gleichen Erklärungsversuche. Teilweise widersprachen Sie sich selbst, oder auch den Aussagen des Bischofs, die dieser am Sonntag noch gemacht hatte (so viel zum Thema Alter Ego, werter Herr Andreas Kuntsche!)…

Der „Finanzexperte“ des Bistums hatte allerdings ein paar schöne Charts an die Wand geworfen mit Graphen über die finanzielle Entwicklung der Schulen etc.pp. Die Datenlage für diese Graphen blieb aber weiterhin im Dunkeln. Solche Graphen basteln Zehntklässler in 5 Minuten zusammen. Allein das war schon für sich genommen eine Frechheit.

Fakten

Was gab es aber nun Konkretes? Anfang Februar gibt es eine Schulkonferenz und bis dahin soll es ein paar neue Antworten auf alte Fragen geben. Vielleicht wird bis dahin auch das wichtigste Thema der Schulabschlüsse für die 5-8 Klassen überdacht und eine konstruktive Lösung angeboten. Das wäre dann die berechtigte Mindestforderung der Schüler, Eltern und Lehrer.

Das die Schule schließen wird, ist nach Worten des Generalvikars beschlossen und wird nicht revidiert werden. Konstruktive Ausgestaltung dieser Situation werden wir nicht erwarten dürfen und ist auch von Seiten des Bistums nicht gewünscht.

Danke an alle Lehrer

Zum Schluss sei noch betont, dass es mich sehr gerührt hat, mit welcher Wertschätzung die Eltern und Schüler die zu Wort gekommen sind, die Arbeit der Lehrer gewürdigt haben. Ich kann mich dem nur anschließen. Das Niels Stensen Gymnasium ist eine wunderbare Schule mit großartigen Schülern und Lehrern. Man gemeinsam bis zum bitteren Ende weiterhin eine wunderbare Schule bleiben, bis der Letzte in ein paar Jahren das Licht ausmacht. Hoffentlich wird das dann ein Kind aus der aktuellen 5 Klasse sein.

Dem Bistum Hamburg zeigen wir aber heute die rote Karte.

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Uwe Legahn

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