Die letzte Woche vor Weihnachten in der Schwimmschule geht langsam zu Ende. Und als ich heute noch etwas Schmuck für den Weihnachtsbaum gekauft haben, konnte ich nicht anders und musste einen Schwung Weihnachtsmann-Mützen für meine Schwimmkinder mitnehmen 🙂

Wir hatten auf jeden Fall großen Spaß!

Dieses Foto entstand am Strand von Helgenaes, einer Halbinsel in Djursland im Norden von Dänemark, etwa 20 Minuten mit dem Auto vom Ort Ebeltoft entfernt.

Technik

Fujifilm XT-2, 16-55 f 2,8, 15sek Belichtung, ISO 200, LED Licht von Rollei

Meine Idee dahinter

Ich habe das Boot einige Tage vorher zufällig auf Instagram gesehen, als ich den Hashtag #helgenaes dursucht habe, und keine Ahnung gehabt wo das Boot wohl liegen könnte. Aktiv gesucht habe ich gar nicht, aber beim spazierengehen haben wir es es zufällig entdeckt. Ich habe ein paar Bilder in der Mittagszeit geschossen, Langzeitbelichtungen ausprobiert, und hatte aber irgendwie schon im Kopf wie es wohl aussehen würde wenn das Wrack in der Nacht von innen beleuchtet wäre…

Umsetzung

Am Abend bin ich dann noch mal zum Fischen zurück gekommen. Der Strand ist zufällig auch eine der besten Strecken zum Meerforellenangeln auf Helgenaes. Nach dem Fischen habe ich dann die Kamera geholt, habe die Perspektive gesucht und gefunden und bin aufs Wrack geklettert um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Zum Glück hatte ich noch meine Wathose an und musste mir keine nassen Füße holen 🙂

Das das Bild dann letztlich genau so aussieht wie ich es mir vorgestellt habe, ist natürlich ziemlich prima…

Bearbeitung

Durch die Langzeitbelichtung musste ich gar nicht sooo viel am Bild machen. In Lightroom ein paar Grundeinstellungen und als Basis das Classic Chrome Profil von Fuji. Dann in Aurora HDR noch ein paar Feinjustierungen – fertig.

Ich hoffe das Bild gefällt Euch und freue mich über ein paar Kommentare wie Ihr es findet!

Warum und Wie sollten wir mit Babys beim Babyschwimmen das Unter-Wasser entdecken?

Christian Zwengel, Schwimmschule Delphin, im November 2018

Zusammenfassung

Es gibt durchaus vielfältige Meinungen über das Tauchen von Babys und Kleinkindern. Die Spanne reicht von vehementer Ablehnung mit dem Stichwort Vertrauensmissbrauch1 bis hin zu unreflektierter Zustimmung, da ja schließlich ein „Atemschutzreflex2“ vorhanden wäre3.

Ich komme in diesem Text zum Schluss, dass das Tauchen mit Babys und Kleinkindern eine wichtige Maßnahme zur Wassersicherheit ist und zur gesunden und umfassenden Entwicklung von Kindern im Wasser unbedingt dazu gehört. Ich empfehle, die Methodik des Tauchens an die frühkindliche Entwicklung anzupassen und dabei unbedingt auch schon die kleinen Babys als eigenständige Menschen wertzuschätzen. Das Tauchen sollte dabei situativ und auf viele verschiedene Arten und Weisen erfolgen, die das Baby in seiner Entwicklung unterstützen und immer in Kooperation mit dem Baby laufen. Das schließt Tauchmethoden von vornherein aus, die als Vorbild die klassische Konditionierung4 haben.

Eine aktuelle Recherche zum Thema Babytauchen im Netz hat ergeben, dass sich die Gegner des Babytauchens in den immer gleichen Argumenten gegen das Tauchen verfangen5, ohne jedoch konstruktiv nach Lösungen für das Problem der mangelnden Wassersicherheit durch Nicht-Tauchen zu suchen.

Im Folgenden möchte ich das Thema ausführlich beleuchten und einen Lösungsansatz bzw. eine neue Methodik formulieren.

Warum sollten Babys beim Babyschwimmen tauchen?

Um zu einer gut reflektierten Haltung zum Babytauchen zu kommen, finde ich es sehr wichtig, dass man sich zuerst die Frage nach dem Warum stellen sollte und dann im nächsten Schritt (sollte man sich dafür entscheiden) die Frage nach dem Wie für sich beantwortet. Das Warum ist außerdem eine sehr wichtige Information für die Eltern, die ja letztlich verstehen sollen was für ihr Kind wichtig ist.

Ich schreibe diesen Text mit der Erfahrung aus über 20 Jahren als Kursleiter für Babyschwimmen. Anfangs habe ich viele Jahre überhaupt nicht mit Babys getaucht. Das hatte einen einfachen Grund: Ich habe mich schlichtweg nicht getraut. Ich hatte als junger Kursleiter keine Erfahrung mit dem Thema und in meinem Umfeld keinen, der mir gezeigt hätte wie das Babytauchen „funktioniert“. Mit den Jahren hatte ich aber immer mehr das Gefühl, dass da etwas fehlte in meinem Babyschwimmen. Als ich begonnen hatte als Kursleiter in der Schwimmschule Delphin zu arbeiten, machte ich dann die ersten praktischen Erfahrungen mit dem Babytauchen. Die Antwort auf mein persönliches Warum kam dann langsam, dafür aber umso eindringlicher.

WENN ein Baby bzw. Kind im Wasser ersthafte Probleme bekommen sollte, dann haben diese Probleme IMMER mit dem Unter-Wasser zu tun. Es ist daher für mich grob fahrlässig, als Lehrer für Babyschwimmen, das Tauchen auszuklammern.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Tauchen zum Babyschwimmen dazu gehören sollte, um die Kinder gut auf das spätere Schwimmenlernen vorzubereiten und ihnen einen sicheren Start ins Leben im Wasser zu ermöglichen.

Wie sollten Babys beim Babyschwimmen tauchen?

Die Frage nach dem Wie ist etwas komplexer zu beantworten. Sie stellt sich nicht nur unerfahrenen KursleiterInnen, sondern ist so ziemlich auf jeder Konferenz zum Thema Babyschwimmen die ich in den letzten 10 Jahren besucht habe, ein wichtiger und teilweise heißer Diskussionspunkt.

Grob kann man sagen, dass die in Deutschland gängige Methodik beim Babytauchen auf der Annahme beruht, dass man durch unterstützende Maßnahmen wie Wassergießen oder Anpusten den Atemschutzreflex6 beim Baby auslöst/triggert und dann einen kurzen Moment mit dem Baby tauchen kann, ohne dass es sich dabei verschlucken wird7.

Daraus ergibt sich eine Handlungskette an deren Ende das Baby untergetaucht wird:

  • WENN ich dem Baby Wasser über den Kopf gieße DANN wird der Atemschutzreflex8 ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • WENN ich dem Baby Wasser ins Gesicht spritze DANN wird der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • WENN ich das Baby anpuste DANN wird der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen
  • usw.

Meine Kritik an dieser Handlungskette ist, dass wir das Baby hier quasi einerseits als Objekt betrachten und andererseits das Baby in ein strenges Schema pressen, das keinen Raum für Adaptation lässt und somit der Ausprägung einer situativen Entwicklung im Weg steht. Es ist ein sehr technokratischer Ansatz, der die Persönlichkeit und Emotionalität des Babys völlig außer Acht lässt.

Schematische Darstellung des reflexbasierten Babytauchens

Schema Babytauchen „weil es einen Reflex gibt“

Schema reflexbasiertes Babytauchen

Ein erster Fortschritt – Babytauchen nach Lilli Ahrend

Lilli Ahrend9 hat diesem Prinzip die Annahme hinzugefügt, dass Babys auf Reize adaptiv reagieren. Sie würden auf bestimmte Reize eine zugehörige Aktion erwarten (also z.B. zum Wasserguss gehört das Tauchen) und wir als Kursleiter oder Eltern könnten dann beim nächsten Reizpunkt eine positive, neutrale oder negative Reaktion auf den Reiz abwarten und erst dann entscheiden, ob das Baby getaucht wird oder nicht. Der Handlungskette wird also ein Punkt hinzugefügt:

  • WENN ich dem Baby Wasser über den Kopf gieße DANN wird es eine emotionale Reaktion zeigen anhand derer ich entscheide. WENN positiv, DANN wird/wurde der Atemschutzreflex ausgelöst ALSO kann ich das Baby untertauchen.
Schematische Darstellung des Babytauchens nach Ahrend

Babytauchen nach AHREND

Babytauchen nach AHREND

Diese Haltung ist sicherlich ein Fortschritt im Sinne des Babys, lässt sie dem Baby doch eine Interventionsmöglichkeit offen. Beschrieben wird hier allerdings weiterhin ein Mess- und Regelmechanismus der das Baby letztlich wieder zu einem bloßen Objekt degradiert, welches man entweder untertaucht, oder eben nicht. Da ich Lilli Ahrend persönlich kenne bin ich mir sicher, dass Sie diese harte Interpretation so nicht mitgehen würde. Ich glaube aber, dass die mir wichtigen Punkte, zum Zeitpunkt ihrer Beschreibung der Methodik, keine Rolle gespielt haben.

Beide Methoden, als Antworten auf die Frage nach dem WIE, lassen keinen Raum dafür, das Baby als eine eigenständige Persönlichkeit zu verstehen. Individuelles Lerntempo, vorsichtiger oder mutiger Charakter, das Wasser eigenständig zu entdecken und zu erfahren – auf diese wichtigen Werte wird keine Rücksicht genommen.

Der Einfluss frühkindlicher Reflexe und frühkindlicher Entwicklung auf die Methodik beim Tauchen

Frühkindliche Entwicklung

Es herrscht vielerorts noch die Vorstellung, dass sich die motorische Entwicklung und einhergehend auch die frühkindlichen Reflexe anhand eines hierarchischen Entwicklungsmodells quasi in einer genetisch festgelegten Reihenfolge abspielt. Oft wird angenommen, dass es schlecht für die Entwicklung eines Babys ist, wenn ein Entwicklungsschritt ausgelassen wird, oder zum „falschen“ Zeitpunkt kommt.

Neuere Ansätze sprechen aber eher dafür10, dass Entwicklung sich viel dynamischer vollzieht und das ein Baby in viel größerer Interaktion mit der Umwelt steht als wir denken. Je nachdem wie und was wir mit dem Baby tun bzw. ihm anbieten, wird es mehr oder weniger in die entsprechende Richtung lernen. Es passt sich also den Reizen seiner Umwelt durch lernen an.

Kurz gesagt: Was wir ins Baby „hinein tun“ wird am Ende auch „heraus kommen“. Eigentlich ganz logisch. Neu ist die Sichtweise, dass wir uns nicht zu viele Sorgen machen müssen, dass wir „etwas kaputt“ machen könnten, wenn wir ein Baby „zu früh“ hinsetzen, an den Händen halten, etc.

Dabei macht die Dosis hier das Gift und wir können beim Babyschwimmen (im Wasser!) den Babys viel anbieten, was wir an Land so nicht könnten. Wenn wir ein Baby beim Babyschwimmen behutsam für eine Minute auf eine Matte setzen, obwohl es das an Land noch nicht allein kann, dann ist es völlig OK. Wenn wir ein Baby aber zu Hause stundenlang in den Wipper setzen, dann ist das nicht OK, weil es kein entwicklungsgerechtes Angebot ist.

Und gerade beim Babyschwimmen haben wir mit dem Wasser ein ausgleichendes Element, das viele „Belastungsspitzen“ wie sie an Land auftreten würden, kompensiert und wir so am Ende einen gut dosierten Entwicklungsreiz haben.

Frühkindliche Reflexe

Unter frühkindlichen Reflexen versteht man im allgemeinen diejenigen motorischen Reflexe, die sich bereits im Mutterleib entwickeln und dazu dienen sollen, die Geburt motorisch zu unterstützen und das Überleben in den ersten Lebensmonaten zu sichern.

In der weiteren Ausprägung der motorischen Entwicklung, sollen dann diese Reflexe nicht mehr der stereotype Stimulus für Bewegung sein, sondern die Bewegungsmuster der Babys sollen sich differenzierter auf Umwelteinflüssen anpassen und an ihnen ausrichten.

Einhergehend mit der Aufrichtung der Wirbelsäule und Kopf/Nacken Kontrolle im ersten Lebenshalbjahr, sollen diese Reflexe dann nach und nach gehemmt bzw. „integriert“ werden und für die Motorik keine oder nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

Im Zusammenhang mit dem Babytauchen ist der Moro-Reflex und der Atemschutz-Reflex näher zu betrachten (der nicht zu verwechseln mit dem Tauchreflex ist11). Interessant ist hier vor allem, dass der Moro-Reflex (auch Schreck-Reflex genannt) und der Atemschutz-Reflex durch ganz ähnliche Trigger ausgelöst werden. Beim Atemschutz-Reflex wird als Trigger Wasser beschrieben, das auf Rezeptoren im Mund/Nase Bereich trifft, also alle Arten von Wasserspritzern und Wassergüssen über das Gesicht. Auch von starken Temperaturunterschieden oder plötzlichen Windstößen ist die Rede12.

Beim Moro-Reflex kommen als Trigger noch alle Arten von Schrecksituationen (taktil, visuell, auditiv, vestibulär) hinzu13. Interessant ist hier das vestibuläre, also die plötzliche Lageänderung, die in einigen Tauch-Methodiken über der Kippen des Babys in der Luft und das dann sofort zu erfolgende Kopfüber-Eintauchen, zu beobachten ist.

Beim Moro-Reflex (auch Moro-Reaktion genannt) kommt es zu einem ruckartigen Strecken der Arme und Spreizen der Finger. Auch der Mund wird geöffnet. Danach schließen sich die Finger wieder und bilden eine Faust.

Der Atemschutzreflex beschreibt lediglich unspezifisch eine Blockade der Atmung und soll dazu dienen das Eindringen von Wasser in die Atemwege zu verhindern.

Es ist also gänzlich unklar, welcher Reflex bei einem Wasserguss oder anspritzen/pusten überhaupt ausgelöst wird. Und jedem sollte nun klar sein, dass es keine gute Idee ist, ein Baby innerhalb einer Reflex-Reaktion auch noch unter Wasser zu tauchen.

Selbstverständlich können wir aber weder alle Trigger für Reflexe strikt vermeiden, noch sollten wir dies tun. Denn Wassergüsse, Wasserspritzer, Windstöße, plötzliche Lageänderungen etc. gehören zum Leben dazu und sind auch wichtig, damit die ein Kind daran gewöhnt, was ihm im Leben so alles begegnen kann.

Der Punkt ist, dass wir diese Trigger nicht benutzen um mit Babys zu tauchen, sondern nach Situationen im Wasser forschen in denen die Babys ganz natürlich mit dem Unter-Wasser in Berührung kommen.

Eine gute Methodik beim Tauchen mit Babys sollte also meiner Ansicht nach:
  • die jeweilige emotionale Lage beim Baby berücksichtigen
  • dem Baby Raum für eigenständiges Entdecken des Unter-Wassers bieten
  • sich dabei am jeweiligen Entwicklungsstand orientieren, die Babys also nicht überfordern
  • Keine frühkindlichen Reflexe aktiv nutzen
  • Das Tauchen nicht zum Mittelpunkt des Babyschwimmens machen, sondern es ganz natürlich nebenher geschehen lassen
  • Ganz wichtig: die Eltern von Anfang an mit einbeziehen

Schlussfolgerungen für uns Kursleiter

Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass eine moderne Methodik die alle diese Punkte beim Babytauchen berücksichtigt, folgende Punkte einschließen sollte:

  • Die Eltern von Anfang an mit einbinden und ihnen zeigen wie sie mit ihrem Baby tauchen können
  • Die Eltern den Babys das blubbern und tauchen vormachen lassen
  • Die Babys nicht wie eine Puppe unter Wasser drücken oder ziehen
  • Kein aktives Nutzen frühkindlicher Reflexe
  • Keine „Wenn-Dann“ Situationen schaffen und nutzen
  • Kein Gruppenzwang (z.B. „alle tauchen bei drei“)
  • Den Eltern das Warum genau erklären
  • Wassergüsse etc. vor allem im ersten Lebenshalbjahr nur sehr sanft und vorsichtig um evtl. Moro-Reaktionen auszuschließen
  • Schaffen von vielfältigen Situationen in denen Babys das Wasser im Bereich Mund/Nase eigenständig erleben können (Blubbern zeigen, Lochmatten etc.)
  • Neugier am Unter-Wasser fördern
  • Babys dürfen dabei „Fehler“ machen. Das fördert das adaptive Handeln

Wenn wir diese Punkte berücksichtigen, dann dürfen wir die Babys natürlich untertauchen, unter Wasser zu den Eltern begleiten, Wasser über den Kopf gießen, etc.

Die Eltern können den Babys gute Hilfestellungen bieten, in dem sie ständig selbst vormachen wie das Gesicht im Wasser ist, blubbert etc. und so die Neugier der Babys wecken.

Wasser über den Kopf gießen ist für die Wassergewöhnung weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Babyschwimmens, nur eben nicht zwingend verbunden mit dem Thema Tauchen und so behutsam, dass Schreckreaktionen vermieden werden.

Der „Programmpunkt“ Tauchen sollte während einer Babyschwimmstunde keinen Gruppenzwang erzeugen, sondern eher individuell und nach Laune des Babys erfolgen. Die Rolle des Kursleiters hierbei ist eher eine die Eltern unterstützende als eine ausführende Rolle.

Im Idealfall versetzen wir die Eltern in die Lage mit Ihren Babys jederzeit methodisch richtig zu tauchen, ganz im Sinne von „Babyschwimmen ist Elternschule“. Wir „coachen“ also die Eltern.

Ein Praxisbeispiel

Ich selbst habe mit dieser Art des Babytauchens in einer meiner Babyschwimmgruppen begonnen, als die Kinder ca. 1 Jahr alt waren.

Ich kam von einer Konferenz zurück und wollte das Gelernte gern in der Praxis erproben. Ich habe also mit den Eltern gesprochen und wir haben vereinbart, dass wir keine Wassergüsse und kein Anzählen mehr als Vehikel zum Tauchen nehmen würden.

Wir haben begonnen in jeder Babyschwimmstunde viel ausführlicher als vorher das Thema gemeinsames blubbern zu bearbeiten. Ich musste als Kursleiter plötzlich noch intensiver versuchen vor allem die Eltern „bei der Stange“ zu halten und so machten wir alle gemeinsam die Erfahrung, dass die Kinder irgendwann, früher oder später, begonnen haben mit zu blubbern und begannen ihre Gesichter auch im Wasser zu verstecken. Manche verschluckten sich dabei etwas und probierten es dann auf andere Weise aus, andere kamen sofort sehr gut mit dem eigenständigen Tauchen zurecht.

Wir lernten dann individuell welches Kind gern und lange und welches Kind eher vorsichtig mit dem Thema umging und konnten so ziemlich schnell das Blubbern als „Signal“ nutzen. Wir schufen also Situationen in denen wir selbst blubberten und die Kinder uns das nachmachten. Diese Situationen konnten wir dann immer weiter ausdehnen und zum Teil richtig lange und weiter Tauchgänge daraus entstehen lassen.

Die Kinder haben also gelernt „Wenn mein Gesicht ins Wasser kommt, dann tauche ich unter“ und konnten so also ganz eigenständig steuern ob und wann und letztlich auch wie lange sie untertauchen.

Das Tolle an diesem Vorgehen ist, dass die Kinder das Gelernte auf jede andere Situation (reinfallen, reinspringen, von der Matte purzeln etc.) umdeuten konnten und so wirklich ins situative Handeln kamen.

Heute sind die Kinder schon fast drei Jahre alt und fast alle tauchen gern und ausgiebig in jeder Stunde.

    1. CHEREK, Reiner: Säuglings- und Kleinkinderschwimmen, S. 26. Verlag Modernes Lernen, Dortmund 1998
    1. reflektorische Blockade der Atmung, wenn die äußeren Atemwege (Mund/Nase) im Wasser benetzt werden.
    1. RAABE-OETKER, Anke: Babyschwimmen. S.93 Falken Verlag, Niedernhausen 1998
    1. Klassische Konditionierung ist eine von dem russischen Physiologen Iwan Petrowitsch Pawlow begründete behavioristische Lerntheorie, die besagt, dass einer natürlichen, meist angeborenen, sogenannten unbedingten Reaktion durch Lernen eine neue, bedingte Reaktion hinzugefügt werden kann.
    1. Es wird argumentiert, dass der Atemschutzreflex nicht sicher auslöst, dass nicht sicher ist wann er sich verliert und das darum nicht sicher ist, dass sich Babys unter Wasser nicht verschlucken.
    1. Marion Falzeder vom Österreichischen Babyschwimmverband ABA unterscheidet hier noch mal in Atemschutzreflex und Faszialreflex. Der Faszialreflex löst aus, wenn der Trigger zu Mund/Nase kommt – z.B. ein Windstoß, anblasen, etc. Der Atemschutzreflex löst aus, denn der Trigger zur Larynx kommt. Dann schließt der Kehlkopfdeckel und macht auch ein paar Sekunden danach nicht wieder auf. Der Faszialreflex bleibt bestehen – man kennt das wenn einen selbst mal ein kalter Windstoß trifft. Der Atemschutzreflex löst mit fortschreitendem Alter nur noch in seltenen Fällen bei schockartigem Eintauchen aus. Der Faszialreflex ist von keinen einhergehenden Bewegungen begleitet. Der Atemschutzreflex aber mit starken Ruderbewegungen der Arme, die das Baby/Kind irritieren können, weil auch sie reflexhaft gesteuert sind und das Kind keine Kontrolle darüber hat.
    1. https://kinder-in-bewegung-kongress.de/babyschwimmen-tauchen/
    1. Der Atemschutzreflex wird oft nur beim ersten Mal ausgelöst – er ist eher nicht so häufig – und das Kind entwickelt danach schnell Strategien, mit dem Wasser über den Kopf umzugehen.
    1. AHREND, Lilli: Säuglingsschwimmen. Meyer und Meyer Sport, 2001
    1. Annette Watrin, Kinderphysiotherapeutin und Osteopathin, hat hier einen tollen Artikel geschrieben: https://www.hamburgosteopathie.com/persistierende-fruehkindliche-reflexe
    1. Der Tauchreflex beschreibt bei allen lungenatmenden Lebewesen beim Eintauchen ins (kalte) Wasser die Reduktion der Herzfrequenz und damit einhergehend die Reduktion von Sauerstofftransport in die Organe. Er ist ein Schutzreflex, der das längere Überleben unter Wasser ermöglichen soll und tritt nicht nur bei Babys und Kindern sondern auch bei Erwachsenen auf.
    1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/FrühkindlicherReflex
  1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Moro-Reflex

In der Nähe von Brest wird die Bretagne von zwei „Fjorden“, dem Aber Wrac’h und dem Aber Benoit durchschnitten, die tief ins Landesinnere gehen und voll dem Gezeitenstrom ausgesetzt sind. Wenn Ebbe ist, dann ist das Wasser auch komplett weg und übrig bleibt eine ziemliche Matsch- und Schlammwüste in der hier und dort ein Tümpel Wasser übrig bleibt. Wenn die Flut kommt, dann kommen auch die Fische und wer zur richtigen Zeit vor Ort ist, kann eine tolle Fischerei erleben.

An der Küste ist das Angeln in Frankreich Jedermannrecht. Man braucht also keinen Angelschein. Die Binnengewässer sind in Kategorie 1 und 2 eingeteilt und man kann je nach Region entsprechende Angelkarten im Tabac kaufen.

Die Abers sind irgendwie nicht so richtig zu fassen beim Thema Angelschein. Der Typ im Tabac hat mir gesagt, dass die Abers noch zur Küste gerechnet werden und ich habe keine Information finden können wie und wo ich für den Aber einen Angelschein kaufen kann. Ich habe also einfach dort gefischt und bis jetzt keine Probleme bekommen 🙂

Weiterlesen

Das Rad hatte ich zu Hause gelassen. Und ans Fischen war nicht zu denken, das Wetter und die Nordsee gaben das nicht her.

Was also tun, damit mir in der einen Woche Dänemark nicht langweilig wird? Ich habe meine Laufschuhe eingepackt und bin jeden morgen mit dem Hund am Strand gelaufen. Und das, ohne dass mir irgendetwas weh tut! Was komisch ist, denn beim Laufen zwickt es eigentlich immer irgendwo bei mir. Darum bin ich auch noch nie jeden Tag gelaufen.

Auf jeden Fall war das für mich ne tolle Erfahrung. Einfach die Laufschuhe anziehen und eine kleine Runde durch die Dünen und über den Strand laufen hat etwas ursprüngliches. Daran könnte ich mich gut gewöhnen. Dumm nur, dass es zu Hause keinen Strand gibt 😉

EU Datenschutzverordnung DSGVO

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU Datenschutzverordnung in Kraft.

Für uns Schwimmschulen bedeutet das, dass wir unsere Prozesse der Kundendatenverarbeitung auf den Prüfstand stellen, und sicher stellen müssen, dass wir Ende Mai gut aufgestellt sind.

Betroffen sind unsere Kundendatenbanken, unsere Webseiten, unsere Newsletter, unsere evtl. Cloudspeicher, kurz: alle Orte an denen wir kundenbezogene Daten sammeln.

In diesem Artikel möchte ich meine Recherche-Ergebnisse zum Thema mit Euch teilen, die ich nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt habe. Keinesfalls soll dies eine Rechtsberatung ersetzen, sondern lediglich eine Hilfestellung sein damit Ihr als Schwimmschulbetreiber Ansatzpunkte findet was noch zu tun ist. Ich lehne also jegliche Haftung ab.

Nun aber los…

Welche Bereiche sind betroffen?

Grundsätzlich sind alle Bereiche Eurer Schwimmschule betroffen, die etwas mit der Verarbeitung personenbezogener Daten zu tun haben. Dies sind die Kundenverwaltungssysteme, die Webseiten, Newsletter und Speicher auf denen wir personenbezogene Daten sammeln, aber auch die Verwaltung Eurer Kursleiter und Mitarbeiter.

Eigene Verwaltung

Jedes Unternehmen mit mehr als 9 Mitarbeitern braucht einen Datenschutzbeauftragten. Dies darf nicht der Inhaber, IT-Verantwortliche oder Geschäftsführer sein. Jedes Unternehmen braucht ein Verzeichnis der einzelnen Schritte der Kundendatenverarbeitung. Man muss also ganz genau aufschreiben, welche Daten wann von wem, wo und zu welchem Zweck gespeichert werden und was damit dann passiert.

Ich schätze dies wird eine der umfangreichsten Aufgaben sein, die wir noch zu erledigen haben.

Ganz wichtig: Am dem 25.5. hat jeder Kunde das Recht von uns Auskunft darüber zu erhalten welche Daten von ihm wie und wo gespeichert sind. Wir können uns dieser Auskunft nicht verweigern. Allein deshalb sollten wir gute Antworten auf Fragen dieser Art haben. Denn es kann ja leicht mal passieren, dass man einen verärgerten Kunden hat der einem durch eine solche Anfrage Schwierigkeiten machen will – und kann.

Kundendatenbank

Wer beispielsweise seine Kundendatenbank zu Hause auf dem Rechner führt, muss sicherstellen, dass diese dem aktuellen Stand der Technik entspricht, von außen nicht für fremde Personen zugänglich ist, und verschlüsselt abgespeichert wird, damit z.B. bei einem Einbruch und Diebstahl des Rechners die Daten nicht im Klartext vorliegen. Selbiges gilt für Backupmedien. Ein USB-Stick auf dem die Datenbank gesichert wird, muss also ebenfalls verschlüsselt werden. Speichert man Daten auf einem Cloud Server, so muss mit dem Anbieter ein Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung geschlossen werden, der DSGVO Konform sein muss. Große Anbieter wie z.B. Google, deren Server teilweise in den USA stehen, haben da momentan noch etwas nachzuarbeiten und  haben geänderte Auftragsdatenverarbeitungsverträge angekündigt.

Der Bereich Kundendaten ist sicherlich der sensibelste Bereich. Wer also noch eine sehr alte Datenbank benutzt, seine Daten z.B. in der Dropbox speichert oder seine Kundendaten in einer Excel Liste im Klartext führt, der sollte sich schleunigst nach einer sicheren und DSGVO-konformen Alternative umschauen.

Schwimmhalle

Wie haltet Ihr die Daten Eurer Kursteilnehmer in der Schwimmhalle vor? Gibt es Listen im Klartext die Ihr ausdruckt? Wo und wie lagern diese Listen? Was genau steht auf diesen Listen? Wenn Ihr z.B. Kinder mit besonderen Krankheiten oder Behinderungen  in den Kursen habt und dies auf solchen Listen vermerkt ist, dann sind das sofort sensible Gesundheitsinformationen, die wieder einem besonderen Schutz unterliegen.

Wir haben die Daten z.B. verschlüsselt auf einem iPad, das nur mit Zugangscode zu öffnen ist. Wie löst Ihr dieses Problem bei Euch?

Website

Auf der Website muss das Impressum und die Datenschutzerklärung an die neuen Bestimmungen angepasst werden. Dafür gibt es gute Generatoren im Internet. Ich habe z.B. diesen hier benutzt:

https://www.e-recht24.de

Es lohnt sich, einen kostenpflichtigen Account dort zu machen, denn es gibt wirklich detaillierte Hilfestellungen auf der Seite.

Weiterhin muss die Website SSL verschlüsselt werden, wenn Kontaktformulare und Newsletterformulare (also Formulare auf denen Benutzer ihre Email Adressen eingeben) angeboten werden. Da Google SSL verschlüsselte Seite im Ranking bevorzugt (man landet also weiter oben in den Suchergebnissen) macht es ohnehin Sinn seine Website zu verschlüsseln. Dafür muss man sich ein Zertifikat bei seinem Webseiten Anbieter kaufen und dieses dann in die Website einbinden. Danach muss man noch einige Einstellungen innerhalb der Website machen (Links, 301-Weiterleitungen in der -ht-acces Datei etc.). Wenn man technisch versiert ist, dann ist das innerhalb von 2-3 Stunden Arbeit erledigt. Wenn man nicht weiß was das zu bedeuten hat, dann sollte man sich einen IT-Experten zu Rate ziehen der das erledigt.

Sollten auf der Website Facebook-Like Buttons etc. eingebunden sein, dann sollte man diese entfernen, denn Dienste wie Facebook sammeln Daten von Website-Besuchern ohne dass diese das merken. Dies ist zukünftig verboten. Was man machen kann ist aber, einen selbst erstellten Button benutzen, über den man auf seine Facebook Seite verlinkt. Wenn man das so macht, dann sollte das in Ordnung gehen.

Newsletter

Benutzt man einen Newsletter, dann muss das Eintragen auf diesem durch ein Double Opt In Formular erfolgen. Jeder Newsletter-Empfänger muss das persönlich machen. Man darf zukünftig auf gar keinen Fall Email Adressen einfach per Hand in einen Newsletter eintragen und dann dort Werbung und Marketing hinschicken. Wer dies tut, riskiert eine Abmahnung.

Fazit

Mein persönliches Fazit ist, dass wer seine Hausaufgaben macht und die öffentlich einsehbaren Bereiche auf Stand bringt, mindestens vor Abmahnanwälten sicher sein sollte.

Veraltete Buchungssysteme, Excel-Listen etc. zur Kundenverwaltung gehören auf den Müllhaufen, denn Sie stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die persönlichen Daten  Eurer Kunden dar.

Weblinks zum Thema

http://www.trustedexperts.de/dsgvo

https://www.heise.de/ct/artikel/Shariff-Social-Media-Buttons-mit-Datenschutz-2467514.html

https://www.heise.de/ix/heft/Kurz-vor-knapp-3920137.html

https://www.datenschutz-nord-gruppe.de/eu-datenschutzverordnung/checkliste-datenschutz-grundverordnung.html

https://www.codeinwp.com/blog/complete-wordpress-gdpr-guide/

https://www.xing.com/communities/posts/evernote-und-datenschutz-1013511374?page=2

https://recourz.io

https://www.kursolino.com

 

Großartig! Da hat sich der Protest der letzten Wochen mindestens schon mal in einem ersten Punkt gelohnt!

Das Bistum hat der Schulleitung mitgeteilt, dass nun doch auch alle Schüler die jetzt in Klasse 5-8 sind ihr Abitur am Nils-Stensen Gymnasium machen können.

Ich bin sicher, dass das nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht so viel Energie in den Protest geflossen wäre.

Fühlt sich gut an!

Gestern waren wieder viele Menschen bei der Montags-Andacht vor dem Mariendom um ein Zeichen gegen die vom Bistum Hamburg geplanten Schulschließungen zu setzen.

Ich selbst war zum ersten Mal dabei. Und wie schon letzten Donnerstag im Hamburger Rathaus beim CDU-Round Table zum Thema (der nebenbei gesagt in großen Teilen eine parteipolitische Veranstaltung war in dem ordentlich auf SPD, Senat und Schulsenator eingedroschen wurde) bin ich Jutta Spohrer über den Weg gelaufen, die diese Andacht in Leben gerufen hat.

Ich finde die Story, die mir Frau Spohrer erzählt hat, so beeindruckend, dass ich dachte ich erzähle das hier einmal:
Frau Spohrer lag nämlich mit Fieber im Bett als sie vor zwei Wochen die Nachricht über die Schulschließungen erreichte. Da ging Ihr der Gedanke durch den Kopf, dass man etwas tun müsse um ein Zeichen dagegen zu setzen und sie quälte sich kurzerhand aus dem Bett um in die Drogerie zu fahren und einen Haufen Grablichter zu kaufen.

13 weiße und 8 rote. 13 für die verbleibenden katholischen Schulen und 8 für diejenigen die geschlossen werden sollen.

Innerhalb von ganz kurzer Zeit, sind diese 21 Grablichter zum Symbol für den Widerstand gegen die Schulschließungen geworden. Was ich so toll daran finde ist, was man durch einen kleinen Geistesblitz und eine eigentlich ganz kleine Geste, so alles in Bewegung setzen kann. Was wir da erleben ist doch eigentlich fast schon die Quintessenz von Führung.

Ich finde das so inspirierend, finde dass wir uns alle eine Scheibe davon abschneiden können und daraus lernen können wie sehr es sich lohnen kann auch einmal einem Instinkt zu folgen, dass ich einfach wenigstens ein paar Zeilen dazu schreiben musste.

Also, Jutta Spohrer: Vielen Dank für diese Inspiration! Wenn sich etwas bewegt in Sache Abwendung von Schulschließungen, dann bin ich überzeugt, dass die Idee mit den Grablichtern einen wesentlichen Anteil daran hat!

Nun – mit welchen Erwartungen fährt man nach den Ereignissen der letzten Woche zum ersten Elterntreffen mit den Verantwortlichen des Bistums? Große Erwartungen waren es sicherlich nicht. Am Ende blieb dennoch nur Kopfschütteln bei den meisten Teilnehmern dieser „Informationsveranstaltung“ übrig.

Ja. Es gab Entschuldigungen. Die kurzfristigen Entscheidungen zu den Schulschließungen wären ohne Alternative gewesen.

Ja. Es gab mit Sicherheit auch Verständnis für die generelle Lage des Bistums auf Seiten der Eltern. Auch die Entscheidung, dass unsere Schule endgültig nicht weiter geführt wird, haben schlussendlich die meisten Eltern hingenommen.

Aber Nein! Für die Art und Weise der Kommunikation, für die Art und Weise der alternativlosen Ausgestaltung dieser Entscheidung, dafür gab und gibt es kein Verständnis. Es bleiben nach der Veranstaltung mehr Fragen als Antworten und die Erkenntnis einem Schauspiel beigewohnt zu haben, das an Unverfrorenheit seitens der Bistumsvertreter seines Gleichen sucht.

Eine Dose Mitleid für den Generalvikar

So beklagte sich der arme Generalvikar Thim doch allen Ernstes darüber, dass er ja auch unter dieser Entscheidung sehr zu leiden habe, denn immerhin wäre das schon die x-te Informationsveranstaltung dieser Art an verschiedenen Schulen in den letzten Tagen gewesen. Zukünftig müsse er auch noch in diverse Pfarreien gehen und den armen (O-Ton) „alten“ Menschen, die dort Gottesdienst feiern wollen sagen, dass es in Ihren Gemeinden ebenfalls zu Schließungen kommen wird. Sollte nicht ein Seelsorger wissen, dass es keine gute Idee ist, das Leid des Einen mit dem des Anderen zu Vergleichen ?

Da fehlen einem echt die Worte…

Viele Fragen und leere Antworten

Auf konkrete Fragen der Eltern gab es kaum konkrete Antworten und auf den Kernpunkt der Forderungen der Eltern wurde während des gesamten Abends wenn überhaupt nur sehr oberflächlich eingegangen. Wenn nämlich die Schule schon schließen muss, wie kann es sein, dass nicht die gesamte verbleibende Kraft darauf verwandt wird, alle bestehenden Schülern von der jetzigen Klasse 5 an an dieser Schule zum Abitur zu führen und die Schule dann 3 Jahre später abzuwickeln?

Auf die Frage, ob denn berechnet wurde, was genau das im Vergleich zum jetzigen Stand (nur die jetzigen Klassen 9-12 bleiben bis zum Abitur) an Mehrkosten bedeuten würde, wussten die Verantwortlichen keine Antwort – betretendes Schweigen.

Auf die Frage, wie es sein kann, dass das Bistum innerhalb weniger Tage eine Faktenlage schafft, die null Spielraum für Alternativen bietet – keine Antwort.

Auf die Frage, wie es passieren konnte, dass Lehrer und Schüler erst am Tag der offenen Tür, auf den sie sich lange vorbereitet hatten, von der Schließung ihrer Schule erfahren mussten – keine Antwort.

Immerhin gab es mutige Eltern die sich zu Wort meldeten und den Herren auf dem Podium mit klaren Worten sagten, mit welch verächtlichem Verhalten sie Ihren schutzbefohlenen Kindern und Lehrern (Angestellten) gegenüber getreten sind.

Vertrauen wurde jedenfalls heute nicht zurück gewonnen.

Überall Experten

Die „Kommunikationsexperten“ des Bistums flüchteten sich wiederholt in immer die gleichen Erklärungsversuche. Teilweise widersprachen Sie sich selbst, oder auch den Aussagen des Bischofs, die dieser am Sonntag noch gemacht hatte (so viel zum Thema Alter Ego, werter Herr Andreas Kuntsche!)…

Der „Finanzexperte“ des Bistums hatte allerdings ein paar schöne Charts an die Wand geworfen mit Graphen über die finanzielle Entwicklung der Schulen etc.pp. Die Datenlage für diese Graphen blieb aber weiterhin im Dunkeln. Solche Graphen basteln Zehntklässler in 5 Minuten zusammen. Allein das war schon für sich genommen eine Frechheit.

Fakten

Was gab es aber nun Konkretes? Anfang Februar gibt es eine Schulkonferenz und bis dahin soll es ein paar neue Antworten auf alte Fragen geben. Vielleicht wird bis dahin auch das wichtigste Thema der Schulabschlüsse für die 5-8 Klassen überdacht und eine konstruktive Lösung angeboten. Das wäre dann die berechtigte Mindestforderung der Schüler, Eltern und Lehrer.

Das die Schule schließen wird, ist nach Worten des Generalvikars beschlossen und wird nicht revidiert werden. Konstruktive Ausgestaltung dieser Situation werden wir nicht erwarten dürfen und ist auch von Seiten des Bistums nicht gewünscht.

Danke an alle Lehrer

Zum Schluss sei noch betont, dass es mich sehr gerührt hat, mit welcher Wertschätzung die Eltern und Schüler die zu Wort gekommen sind, die Arbeit der Lehrer gewürdigt haben. Ich kann mich dem nur anschließen. Das Niels Stensen Gymnasium ist eine wunderbare Schule mit großartigen Schülern und Lehrern. Man gemeinsam bis zum bitteren Ende weiterhin eine wunderbare Schule bleiben, bis der Letzte in ein paar Jahren das Licht ausmacht. Hoffentlich wird das dann ein Kind aus der aktuellen 5 Klasse sein.

Dem Bistum Hamburg zeigen wir aber heute die rote Karte.

Mein letztes Jahr war geprägt von der Einführung eines Online-Buchungssystems in unserer Schwimmschule. Was als ambitioniertes, aber durchaus überschaubares Projekt begann, entwickelte sich zum Anstoß für eine grundlegende Umstrukturierung der Abläufe im Büro der Schwimmschule. Denn ich merkte schnell, dass das Potential des Themas Digitalisierung, nur mit dem reinen Buchungssystem für die Kunden, für uns längst nicht ausgeschöpft war.

Es gilt, die Themen Personalverwaltung, Dokumentation/Handbuch und vor allem auch Fragen zu vernetzen Arbeitsabläufen auf eine neue Basis zu stellen oder überhaupt erstmal zu stellen.

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Ob das Erzbistum damit gerechnet hat?

Nach der Ankündigung der Schulschließungen hat sich in den letzten Tagen eine ziemlich breite Front aus Schülern, Eltern, Medien und auch Lehrern formiert, die nun dafür kämpfen die Auswirkungen für die Schüler so erträglich wie möglich zu gestalten.

Denn Gestaltungswillen lässt das Erzbistum völlig vermissen. Bis heute habe ich nicht mal einen Kommentar seitens des Bistums wahrgenommen. In einem Artikel im Abendblatt steht lediglich, dass es heute Abend ein Treffen in einer der betroffenen Schulen geben soll.

Wer sich weiter informieren möchte, der findet hier gute Anlaufpunkte: Mit www.rettet21.de wurde schnell eine informelle Website eingerichtet und auf der Facebookseite der Gesamtelternvertretung gibt es weitere aktuelle Infos.

Uwe Legahn

swim - simple ... aber früh, sicher und vielseitig - Aquapädagogik macht`s möglich.